Die Heilung von Krebs ist unser Ziel

Jeder Krebsdiagnose und -therapie geht die Untersuchung von Gewebeproben voraus. Hier gilt Prof. Dr. Stephan E. Baldus, Leiter des Institutes für Pathologie, Zytologie und Molekularpathologie, als Experte.

Pathologen sind spezialisierte Spurensucher bei der Identifizierung von Krankheiten. Ihr wichtigstes Arbeitsmittel ist das Mikroskop, mit dessen Hilfe sie im Gewebe Veränderungen aufspüren, die für Brustkrebs, Magen-Darm-Karzinome oder andere Tumoren typisch sind. „Pathologen sind die ‚Lotsen’ für Diagnostik und Therapie“, erklärt Prof. Baldus, der mit seinem Fachärzteteam jährlich mehr als 25.000 solcher Proben begutachtet und definitiv feststellt, ob sich ein Krebsverdacht erhärtet. „Ein Tumor muss nicht immer bösartig sein, und Krebs ist nicht gleich Krebs. Aus den Ergebnissen unserer

Untersuchungen, die die Grundlage für alle weiteren Schritte einer Krebstherapie bilden, entwickeln dann die behandelnden Kollegen im Bedarfsfall effiziente Strategien zur Bekämpfung der Krankheit.“ Selbst wenn die Diagnose Krebs gestellt werde, bestehe häufig berechtigte Hoffnung auf einen Therapieerfolg. „Die Heilung von Krebs ist unser Ziel“, betont der Fachmann. „Ob Therapien anschlagen, und wenn ja welche, kann von uns in vielen Fällen vorhergesagt werden.“ Bei bestimmten Krebsformen

könne oft beispielsweise auch die Frage, ob eine Chemotherapie überhaupt nötig ist, geklärt werden, so Baldus. „In der Medizin wissen wir heute mehr über individuelle Therapiekonzepte als noch vor ein paar Jahren. Pathologen liefern dazu die notwendigen Informationen, auch über genetische Veränderungen in den Tumorzellen, damit der behandelnde Arzt für seine Patienten maßgeschneiderte Therapien zur Verfügung stellen kann.“

Dieser Beitrag ist in GLKOMPAKT (Ausgabe Februar 2021) erschienen.

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